Audhu billahi minash shaytani rajim – Bismillahir Rahmanir Rahim
Meine
ganze Zuflucht nehme ich bei dem Allmächtigen GOTT vor dem verworfenen Üblen
Im Namen
Gottes, des Allerbarmers und jedem Gnädigen.
Gepriesen
sei Gott, der Herr der Welten!
Und der
Segen Gottes sei auf all Seinen vorzüglichen Dienern und deren Gefährten!
Verfasser:
Muhammad Michael HANEL; Linz 2001
Im Qur'an, der Offenbarungsschrift der Muslime kommt
der Begriff "Mensch" oder "Menschen" 359
mal vor.
Als Abriss einer - sozusagen - islamischen
Anthropologie, sollen im folgenden die menschlichen
Eigenschaften, wie sie im Qur'an definiert sind kurz vorgestellt werden.
Der Mensch wurde von Gott - Allah -
aus ursprünglich einem einzigen Wesen, aus Erde und im weiteren aus Wasser und
einem Samentropfen in bester Form erschaffen. Daher ist es auch die
grundsätzliche verpflichtend gemachte Bestimmung des Menschen Gott zu
verherrlichen, nur IHN alleine anzubeten und Ihm zu dienen. Die Menschheit
wurde als Paar erschaffen und die Menschen sind von einander abhängig und
bedürfen einander - daher hat der Schöpfer die Liebe zwischen die Menschen
gesetzt - dies als eines der Zeichen Seiner Macht und Einheit. Mann und Frau
sind grundsätzlich ebenbürtig und ergänzen einander quasi komplementär.
Daher sollen die Menschen einander
lieben, aber nicht fürchten - Gott aber sollen sie lieben und fürchten.
Gleichwohl er in bester Form erschaffen ist, wurde der Mensch jedoch schwach
erschaffen und wird ständig geprüft und ist aufgerufen, diese Schwäche zu
erkennen und durch aufrichtige Hingabe an Gott auszugleichen, der ihn durch
Seine Rechtleitung von den Konsequenzen dieser natürlichen Schwäche errettet
und die Erfolgreichen mit den unermesslichen Gnaden des Paradieses belohnt.
Auch wenn der Mensch als eigenverantwortliches Individuum erschaffen wurde, ist
er ein Wesen, welches über die Gemeinschaft definiert ist und mit welcher er in
Schicksalsgemeinschaft verbunden und dieser auch friedensstiftend verpflichtet
ist. Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit ist den Menschen untereinander
verbindlich gemacht. Die Menschen sind gleich und unterscheiden sich
voneinander nur im Ausmaß ihrer Frömmigkeit.
Jene unter den Menschen, welche ihre eigene Bestimmung nicht erkennen wollen
und diese aus eigenem, freiem Willen nicht zu erfüllen gewillt sind und ihrer
Gewaltbereitschaft nachgeben, ihr Schicksal ist dem jener ähnlich, welche ihr
Leben im alles verschlingenden Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine
sind lassen mussten. Ein Vergleich mit einer Atom- bzw. Wasserstoffbombe drängt
sich auf.
Einen Menschen ungerechtfertigt zu
töten ist gleich, als hätte man die ganze Menschheit getötet.
Obwohl mit klarem Verstand ausgezeichnet,
weigert sich der Mensch hartnäckig, seinen Verstand konsequent zu
gebrauchen. So täuscht der Mensch sich gerne selbst und die Menschen einander.
In überheblicher, spöttischer und prahlerischer Selbstüberschätzung sieht der
Mensch gering an, was vor Gott "groß" ist, heißt dumm, was doch
gottwohlgefällig ist. Daher wuchert in ihm der Wunsch nach Unsterblichkeit und Selbstvergöttlichung - Selbstvergötzung,
anstatt seine Fähigkeit zur Selbst- und Gotteserkenntnis zu nutzen.
Nicht einmal "Krone der Schöpfung" darf er
sich nicht nennen. Denn:
"Wahrlich, die Schöpfung der Himmel
und der Erde ist größer als die Schöpfung der Menschen; allein die meisten der
Menschen wissen es nicht. [40:57]"
Keine Abbilder soll der Mensch sich von Gott und auch
nicht von den Engeln machen, da er ihrer wahren Natur damit Gewalt antut, auch
wenn die Engel manchmal die Gestalt des Menschen einnehmen. Doch eitel und
eingebildet ist der Mensch und er schätzt Gott nicht richtig ein. Des Menschen
Pflicht ist die Verherrlichung Gottes, wie es die Pflicht der gesamten
Schöpfung ist und der Gottesdienst ist zum Heile des
Menschen.
Manche Menschen sind gleichsam Satane für andere und lassen einander daher
stets im Stich. Sie werden "schlimmer als das Vieh" benannt,
missbrauchen sie doch ihre Gaben und hören auf satanische Einflüsterungen und
erfahren alles Unrecht letztlich von eigener Hand. Ihr Heil erfahren sie durch
die Hinwendung zu Gott, doch gezwungen zum Glauben werden sie nicht und nichts
hindert sie am Glauben als ihr eigener Wille.
Die Warnung, sich vor Entwicklungen, Erfindungen die wie Zauberei anmuten, und
die doch letztlich mehr schaden als nützen - fernzuhalten schlägt er daher
störrisch, unvernünftig und überheblich in den Wind. (Technik). Wären
die Menschen mit dem Unheil welches sie stiften konfrontiert, und den
Auswirkungen ihrer Uneinigkeit, wäre ihre Frist schon längst abgelaufen, denn
des Menschen Wesen gebietet oft Böses - doch Gott ist huldvoll gegenüber Seiner
Schöpfung und stets zur Vergebung bereit, wenn der Mensch umkehrt. Doch
besinnen die Menschen sich nicht, so ist die Frist festgesetzt, zu welcher sie
die Katastrophe ob ihrer Taten überkommt.
Und die meisten sind uneinsichtig, lieben das
Vergnügen und lassen sich in die Irre führen und nur die Verständigen lassen
sich mahnen.
Wenn der Mensch Wissen erworben hat, vergisst er gerne seine Stellung als
abhängiger Diener Allahs.
Großzügig versorgt vom Schöpfer ist der
Mensch dennoch dem Neid, der Missgunst hörig. Gierig
gibt er sich, geizig, hochmütig, unersättlich und verschwenderisch, und gar
wenige sind dankbar und erkennen die Ursache alles Guten, nämlich Gott - Allah!
Die Rechtschaffenheit ist dem Menschen lieb gemacht
und sicher darf er sich im Schutze Gottes fühlen, der über Seine Zeichen dem
menschlichen Verstande stets präsent und dem Menschen näher als seine Halsschlagader
ist.
Freude am Leben wohnt dem Menschen inne, auch die
Liebe zu Vermögen, schönen Dingen und Wunsch die Dinge zum Besseren zu
verändern. Mit redlicher Gesinnung, Mildtätigkeit ist er ausgestattet, die es
aber doch stets zu erhalten und immer wieder zu erringen gilt. Gar zögerlich
verpflichtet sich der Mensch dem Guten, aber oft hastig liefert er sich dem
Schändlichen aus. Raffgierig, betrügerisch, misstrauisch, stolz, habsüchtig ist
er, zweifelnd und bestechlich - wider allen besseren Wissens.
Ausgestattet mit Großzügigkeit, Standhaftigkeit und
Geduld, entwickeln die meisten Menschen doch eher den Hang zu Wankelmut und Geduldlosigkeit. Deshalb sind sie aufeinander eifersüchtig
und missgünstig. Kleinmütig ergeben sie sich ihrer Schwäche, die sie noch dazu
als Stärke ausgeben - anstatt sich dem einzig Starken - Allah - hinzugeben und
nur Seine Stärke zu fürchten und sonst nichts und niemanden.
Jene Menschen, welche darüber hinaus
auch noch ihrer großartigen Fähigkeit die Wahrheit und die Zeichen Gottes zu
erkennen Gewalt antun und Lügenhaftigkeit praktizieren, das Wahre mit dem
Falschen verdrehen und verrücken - und umgekehrt - auf diesen lastet wahrhaftig
der Fluch und Zorn Gottes, der Engel und der Menschen - und solcher Menschen
Tun wird nirgends enden denn in Armut und
schamvollem Untergang. Sein Heil liegt im Befolgen des Guten und im
Abstehen vom Schlechten, so hat er Anteil an der Herrlichkeit Gottes und
besondere, auserwählte unter den Menschen, die Propheten, Zeichen Gottes, ein
Licht von Ihm, weisen den Weg dorthin.
Der Mensch darf auf die gesamte Schöpfung zu seinem Nutzen zugreifen - doch
muss er dabei begreifen, dass er sich nicht an ihr "VER"greifen
darf. (Technik) und gering ist der Nutzen im Vergleich zur nächsten Welt
und betören lassen sie sich vom Diesseits und betrügen einander um Geringes und
nur wenige wissen das rechte Maß einzuhalten.
In Verblendung verschließt sich der Mensch den
Konsequenzen seines Frevels, sich als alleiniger Meister über die Schöpfung zu
empfinden.
Dennoch genießt der Mensch die Gnade, immer wieder
Verzeihung von seinem Herrn zu erlangen, der den Menschen über seinen Verstand
und sein Herz rechtleitet, auf dass
er Einsicht gewinne, das Gute vom Schlechten zu trennen und dankbar werde. Dem
Drang widerstehe, das Gute mit dem Schlechten zu vermischen und zu vertauschen,
denn jeder "offensichtliche" Nutzen daraus ist bloß oberflächlicher
Schein und trügerisch.
Die ehrfürchtige Beobachtung der Natur und offene
Aufrichtigkeit sind für den Menschen die Grundlagen einer erfolgreichen
Zukunftsbewältigung. (Zukunft)
So wie der Mensch über die Tugend der Aufrichtigkeit
verfügt, so lässt er oft die Heuchelei über ihn verfügen. Als streitsüchtigstes
Wesen aller Geschöpfe ist er doch auch fähig zur einsichtigen und tätigen Reue.
Anfällig zu fehlen so sind in ihm die Fähigkeiten eingeschrieben großzügig und
mildtätig zu sein, Groll zu unterdrücken und bereit zu vergeben. Wenige lassen
sich ermahnen und rechtleiten und der Mensch täuscht
sich, wenn er glaubt es bliebe auch nur irgendetwas vor Allah verborgen.
Doch jene, welche einsichtig sind, sich mahnen lassen und sich nach ihrem Herrn
und Gott sehnen, werden Ihm begegnen.
Beim Nachmittag![103:1] Die Menschen sind wahrlich im Verlust;[103:2] außer
denjenigen, die glauben und gute Werke tun und sich gegenseitig die Wahrheit
ans Herz legen und einander zur Geduld anhalten. [103:3]
Die TECHNIK
Der Qur'an ruft die Menschen unzählige Male dazu auf,
ihren Verstand zu gebrauchen, nachzudenken und Wissen zu erwerben. Ja selbst
die Tinte aus der Feder der Wissenschaftler gilt weit mehr als das Blut jener,
welche im Kampf um die gerechte Sache getötet wurden. Die Wissenschaft dient
der Ehre Gottes. Alles Wissen kommt von Allah und weist zu Ihm zurück. Der
Prophet tätigte die für die Gläubigen verbindliche Aussprüche: "Suchet das Wissen von der Wiege bis zum Grab"
und "Wer nach Wissen strebt, betet Gott
an".
So nimmt es auch nicht wunder, dass in der Zeit, als
der Geist und die Absichten der Muslime noch frisch waren, die Muslime und ihre
Entdeckungen über Jahrhunderte die Wegbereiter der modernen Wissenschaft waren.
Überall stoßen die Muslime auf indisches, persisches,
chinesisches, griechisches und alexandrinisches
Wissen, welches sie offen aufnehmen, weiterbearbeiten und vor allem auch
weitergeben.
Sie brachten die Papierherstellung
von den Chinesen um 750 n.C. nach Bagdad und von dort
nach Europa und übernahmen von den Indern das Zahlensystem und revolutionierten
mit der Einführung der NULL "Siffr" das
mathematische System.
Die Bibliotheken welche dann nach und nach entstehen
waren einmalig in der damaligen Welt. Der Kalif Al - Aziz
hatte 1,6 Mio. Bände in seinem Besitz. Man weiß von Gelehrten, wie Ibn al Dschessar, welche 10
Tonnen Bücher ihr eigen nannten und die durchschnittliche
Bibliothek eines gebildeten Privatmannes umfasste damals mehr Bände als im
gesamten Abendland zur Verfügung standen.
Über Ägypten und Griechenland kam mathematisches und
astronomisches Wissen zu den Arabern, welches sie begierig in sich aufnahmen,
weiterentwickelten und weitertrugen. Mit Fug und
Recht dürfen die Muslime als die Erfinder der experimentellen Wissenschaft
angesehen werden und deren Ergebnisse kamen wieder den hohen Geistern des
Abendlandes zu gute wie z.B. Roger BACON, Albertus MAGNUS,
Leonardo da VINCI oder GALLILEI. Sie entwickelten die experimentelle Physik und
Chemie, Medizin, Algebra, Arithmetik, sphärische Trigonometrie, Geologie und
Soziologie.
Sehr wahrscheinlich ist es, dass die Araber jene
Fremden waren, von denen wiederum die Chinesen im 11. Jhd.
den Kompass übernahmen. Erst im 14. Jhd. beschäftigte
sich der Italiener AMALFI mit diesem Instrument.
(Stichworte)
Al FARGHANI berechnete die Ekliptik, As SARQALIS
berechnete die Präzession der Nachtgleichen, Al KINDI
führte die Winkelmessung mit dem Zirkel ein, Al BIRUNI der schon anfangs des
11. Jhds. die "kopernikanische Wendung"
vollzog,
Al CHWARISMI der Vater abendländischer Arithmetik,
Omar ibn al CHAJJAM Dichter und Mathematiker, Thabit ben QURRA der "Euklid
der Araber", Banu MUSSA entwickelte die
Geometrie, der Astronom Al KASCHI gab dem Stellenwertsystem die letzte
Vollkommenheit, al BATTANI entwickelte die Winkelfunktionen, Sinus, Cosinus, Tangens und Cotangens,
Abu al WAFA erfand neue Berechnungsmethoden für Sinustafeln, Ibn SINA (Avicenna) der begnadete
Mediziner und Mathematiker welcher der Infinitesimalrechnung den Weg bereitete,
Al FARABI, genannt der "zweite Meister nach ARISTOTELES".
Dies sollen der Aufzählungen vorerst genug sein, um
die ursprüngliche Aufgeschlossenheit der Muslime, bzw. des Islams zur Technik
und Forschung zu dokumentieren.
Für weiterführende Informationen zu diesem
Themenbereich lege ich Ihnen, sehr geehrte Anwesende, das höchst
aufschlussreiche Buch Sigrid HUNKES "Allahs Sonne über dem Abendland"
ans Herz.
Nun ist es aber zweifellos so, dass von diesem
aufgeschlossenen Geist im Islam in der heutigen, modernen Zeit nicht mehr allzu
viel zu verspüren ist, auch wenn viele Muslime in verschiedensten Gebieten der
Forschung sehr erfolgreich tätig sind. Dies aber weniger aus ihrem religiös
bestimmten Sein, sondern eher aus ihrer Definition als Kinder der Moderne.
Die Ursache dafür mag wohl unter anderem in der
Tatsache begründet liegen, dass die Muslime als Gesellschaft, als
politisch-soziale Einheit, vor einigen hundert Jahren sich die
Weiterentwicklung selbst versagt haben, indem sie das "Tor des Itschtihad" wie dies bezeichnet wird, geschlossen
haben. Das bedeutet, dass sie dem individuellen Forschungsdrang, der
intellektuellen Rechtsfindung, die Suche und das Begehen des "besseren
Weges" insofern einen Riegel vorgeschoben haben, als sozusagen staatlich
verordnet, die Meinung vertreten wurde, dass bereits "alles gesagt und
erkannt" worden ist und jegliches neues Denken der gesellschaftlichen
moralischen Entwicklung als abträglich abgetan und sanktioniert wurde.
Wer die politische Geschichte des Islams erforscht,
wird wohl zum Schluss kommen, dass in dieser Zeit auch der beschleunigte
Niedergang des Staatswesens, des gesamten islamischen Großreiches seinen Anfang
nahm. Ab 1924 mit der formellen Abschaffung des Kalifates, gibt es den Islam
als staatstragendes Wesen faktisch nun gar nicht mehr. Bezeichnungen wie
"Islamische Republik" oder "Islamische Verfassung" ändern
an dieser Tatsache aber auch gar nichts.
Grundsätzliche islamische
Richtlinien nach welchen Technik und deren Anwendung sich orientieren lässt,
sollen folgende benannt werden.
Habt ihr denn nicht gesehen, daß Allah euch alles dienstbar gemacht hat, was in den
Himmeln und was auf der Erde ist, und (daß Er) Seine
Wohltaten reichlich über euch ergossen hat - in sichtbarer und unsichtbarer
Weise? Und doch gibt es
unter den Menschen so manchen, der ohne Kenntnis und ohne Führung und ohne ein
erleuchtendes Buch (zu besitzen) über Allah streitet. [31:20]
Das heißt, dass dem Menschen
grundsätzlich keinerlei Grenzen gesetzt sind, sich auch in der materiellen Welt
massiv zu betätigen, und sich als Statthalter Allahs ihrer Vielfalt und
Möglichkeiten zu bedienen. Als Einschränkung gilt jedoch ein gottgefälliges
Vorgehen, will heißen, die von Ihm gesetzten Grenzen nicht zu überschreiten und
sich dabei in den Niederungen rein materialistischer Anschauungen zu verlieren.
O ihr, die ihr glaubt,
erklärt die guten Dinge, die Allah euch erlaubt hat, nicht für verboten; doch
übertretet auch nicht. Denn Allah liebt die Übertreter nicht. [5:87]
... Wahrlich, Allahs
Verheißung ist wahr. Darum soll das Leben dieser Welt euch nicht betören, noch
sollt ihr euch über Allah mit (eurem) Denken selbst täuschen. [31:33]
Menschliche Betätigung darf anderen
Menschen keinen Schaden zufügen und schon gar nicht gegen Leib und Leben
gerichtet sein.
Deshalb haben Wir den
Kindern Israels verordnet, dass, wenn jemand einen Menschen tötet, ohne dass
dieser einen Mord begangen hätte, oder ohne dass ein Unheil im Lande geschehen
wäre, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn
jemand einem Menschen das Leben erhält, es so sein soll, als hätte er der
ganzen Menschheit das Leben erhalten. Und Unsere Gesandten kamen mit deutlichen
Zeichen zu ihnen; dennoch, selbst danach begingen viele von ihnen
Ausschreitungen im Land. [5:32]
Hier nun gleich zum aktuellen Thema
der heutigen Zeit, der GENTECHNIK.
Eine, ebenfalls unter Muslime sehr kontroversiell diskutierte Thematik.
Ein Teil lehnt jegliche Betätigung
auf diesem Felde ab und bezieht sich dabei auf die Qur'anverse:
und Allah zitiert Satan im Qur'an:
"Ich werde von Deinen Dienern einen
bestimmten Teil nehmen;[4:118] und ich werde sie
irreleiten und ihre Hoffnungen anregen und ihnen Befehle erteilen, dem Vieh die Ohren
aufzuschlitzen, und ich werde ihnen befehlen, und sie werden Allahs
Schöpfung verändern." Und wer sich Satan statt Allah zum Beschützer nimmt,
der hat sicherlich einen offenkundigen Verlust erlitten; [4:119]
Ein anderer Teil, und zwar jener,
welcher diese Technik auch beherrscht und umsetzt, halten Gentechnik für
grundsätzlich erlaubt, solange menschliches Leben dabei nicht zu Schaden kommt
(der Zeitpunkt, ab wann man von menschlichen Leben zu sprechen hat, wird im
allgemeinen vom Zeitpunkt der Vereinigung der männlichen Samenzelle mit dem
weiblichen Ei an definiert) Somit sind gentechnische Manipulationen in welchen
menschliche Embryonen zu Tode kommen, somit also die Manipulation mit
menschlichen Stammzellen, egal in welchem Entwicklungsstadium, nicht zulässig.
Die Forschung an Pflanzen und Tieren
hingegen, betrachten sie als erlaubt. Sie mögen sich dabei auf den Vers im
Qur'an beziehen, in welchem die Züchtung ganz allgemein für statthaft erklärt
wird:
Für weitere Informationen zu diesem
Themenbereich empfehle ich Ihnen folgende Internetadressen:
1. www.islamset.com
2. www.muslimsonlime.com/~bern/medicine.html
DIE ZUKUNFT
Kommen wir zum letzten Teil des
Vortrages: der ZUKUNFT
Der Qur'an als Rechtleitung und
Warnung verstanden, macht die Menschen unablässig auf die künftigen Folgen
ihres Verhaltens aufmerksam. Sei es im Guten, welches jenen angekündigt wird,
welche die von Allah gesetzten Grenzen beobachten und einhalten und die
göttlichen Richtlinien befolgen..
Sei es im Schlechten, welches den
Heuchlern, Lügnern und hartnäckigen Glaubensverweigerern versprochen ist.
und
Was die sogenannten
"Prophezeiungen" betrifft, so nehmen diese im allgemeinen
keinen besonderen Stellenwert ein, gleichwohl auch im Qur'an und den Ahadith Ereignisse angesprochen sind, welche erst nach der
Offenbarung eingetroffen sind. Doch wollen wir diesen unsere Aufmerksamkeit im
Moment nicht zuwenden.
Worüber allerdings, gerade in der
heutigen Zeit sehr wohl des öfteren
gesprochen und nachgedacht wird, sind die Ankündigungen, welche die Endzeit
betreffen.
Dabei gilt, dass das der Zeitpunkt
des Eintreffens der letzten Stunde weder den Propheten noch den Engeln genau
bekannt ist. Sehr wohl werden aber die Zeichen, welche derem
Eintreten vorangehen werden vor allem in den Aussprüchen des Propheten (Fsai) überliefert.
Etwas ausführlicher behandle ich
dieses Thema in einem separaten Vortrag, der ebenfalls über das moderne Medium
des Internet nachgelesen werden kann.
Die Adresse ist:
www.fro.at /sendungen/islam/Mahdi.htm
Abschließend lassen Sie mich
folgendes sagen.
Um eine friedvolle und würdige
Zukunft auf dieser Welt gestalten zu können, ist es wohl unabdingbar, dass
grundsätzlich jeder Einzelne sich um den Frieden mit sich selbst, mit Gott und
der Umwelt bemüht. Eine Abkehr geschieht vom Weg der ungehemmten Ausbeutung
menschlicher und natürlicher Ressourcen. Einem Weg auf welchem die
Ungerechtigkeit zunimmt, der Arme ärmer, der Reiche reicher wird.
Durch die harmonische Verbindung von
Vernunft und Liebe, Gefühl und Verstand, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit und
der konsequenten Umsetzung das Gute zu gebieten und das Schlechte zu
untersagen, wird es unter dem Schutze Allahs der Menschheit möglich werden, einen
Ausweg aus der ausweglos erscheinenden Lage zu finden, in welche der homo
sapiens sich selbst aus ignoranter Überheblichkeit selbst gebracht hat. Denn
wenn der Gute reglos bleibt und schweigt, das Schlechte triumphiert und in den
Abgrund treibt.
Dafür erflehe ich die Hilfe Allahs,
Der jene zum Erfolg führt, welche Seiner Sache zum Sieg verhelfen.
AMIN.
Heute will ich mich nach einer
kurzen Einleitung damit begnügen, die markantesten Zeichen betreffend des Eintreffens der letzten Stunde aufzulisten.
So wisset – Gott möge uns beistehen
– dass (am Ende der Zeiten – dessen Zeitpunkt des Eintreffens nur Gott selbst
bekannt ist) von Gott ein Statthalter ausgehen wird, wenn auf der Erde die
Ungerechtigkeit und Unterdrückung überhand nimmt, und sie mit Gerechtigkeit und
Geruhsamkeit erfüllen wird...
Er wird alle Ungerechtigkeit und
jene welche ihr dienten auslöschen, die wahrhafte Religion aufrichten und den
göttlichen Geist dem Islam (der Ergebung in Gott)
wieder einhauchen. Er wird den Islam nach dessen Niedergang wieder erhöhen und
ihn nach dessen Absterben wieder zum Leben erwecken...
Die Religion wird er in ihrer wahren
Form wiederbeleben ... und seine Feinde werden jene sein, welche blindlings den
Rechtsgelehrten gefolgt sind, denn diese werden feststellen, dass dieser
Statthalter, genannt „MAHDI“ in anderer Art urteilen wird, als sie dies von
ihren Imamen gewohnt sind. Sie werden also des Mahdis Urteil nur widerwillig
akzeptieren und nur aufgrund seiner Macht und Stärke und aufgrund des
Vermögens, nach welchen es ihnen gelüstet. Das gewöhnliche Volk (der Muslime)
und der größere Teil ihrer Elite werden sein Auftreten mit Freuden begrüßen und
die wahrhaft Wissenden in Gott werden ihm Gefolgschaft schwören, denn Gott wird
ihnen unmittelbare Einsicht in die wirkliche Natur und Mission des Mahdi schenken.
Dies wird die Zeit sein, in welcher
Allah Jesus den Messias, Sohn der Maria, (Fsai)
entsenden wird. Er wird vom weißen Minarett im Osten von Damaskus herabsteigen,
zwei weiße Gewänder, gefärbt mit Safran tragen – seine beiden Hände an den
Flügeln zweier Engel. Wenn er seinen Kopf senkt, werden Schweißperlen von
seinem Kopf fallen und wenn er seinen Kopf hebt, werden Tropfen wie Perlen von
ihm fallen. Jeder Glaubensverweigerer welcher seinen Duft riecht wird sterben
und sein Atem wird soweit wie sein Blick reichen. Er wird nach dem Dajjal, dem Antichrist fahnden, welcher bis dahin die Welt
mit all seiner Hinterhältigkeit im Griff seiner despotischen Macht hielt und
ihn am Tor von Ludd (dem biblischen Lydda – Lod) finden und ihn
vernichten.
Dann wird ein Volk, welches unter
dem Schutze Gottes stand, zu Jesus, dem Sohn der Maria kommen und er wird ihre
Gesichter reinigen (d.h. die Spuren der Entbehrung daraus entfernen) und ihnen
ihren Platz im Paradies zeigen.
1.
Die Armen und Ungebildeten werden Hochhäuser
errichten, in welchen die Menschen sich selbst preisen und loben.
2.
Das Sklavenmädchen wird ihre Herrin gebären.
3.
Die Frauen werden in der Überzahl zu den
Männern sein.
4.
Viele Frauen werden die Mutterschaft ablehnen.
5.
Jeder Mensch, Frauen wie Männer werden mit
Arbeit beschäftigt sein.
6.
Die Familie wird keinen gesellschaftlichen
Wert mehr haben.
7.
Nahrung gibt es in Überfluss, wenn jemandem
Essen angeboten wird, wird es nicht angenommen werden.
8.
Die Zeit wird ein knappes „Gut“.
9.
Viele Menschen werden hartherzig sein und
gemein.
10. Falsches Zeugnis abzulegen wird
häufig.
11. Den Aufrichtigen wird nicht geglaubt
und den Lügnern schenkt man Glauben.
12. Die Starken unterdrücken die
Schwachen.
13. Wenige besitzen Weisheit und viele
sind unwissend.
14. Die Führer sind die Schlimmsten
unter ihresgleichen.
15. Die Leute fürchten einen Tyrannen so
sehr, dass sie es nicht wagen ihn als solchen zu bezeichnen und entsprechend
anzusprechen.
16. Unter den Menschen wird es viel
Töten geben, und jene welche töten wissen nicht wen sie töten. Jene welche
getötet werden, wissen nicht warum sie getötet werden.
17. Leute werden sich wie Tiere
benehmen.
18. Viele Frauen werden ihre Kleider wie
eine zweite Haut tragen, so dass es aussieht als wären sie nackt, obwohl sie
bekleidet sind.
19. Viele Menschen trinken Alkohol.
20. Ehebruch und Unzucht sind an der
Tagesordnung.
21. Männer liegen mit Männern, Frauen
mit Frauen.
22. Männer tragen seidene Bekleidung.
23. Weibliche Sänger und viele
Instrumente sind beliebt.
24. Der Wucher ist so weit verbreitet,
dass selbst jene, welche nicht direkt daran beteiligt sind, davon betroffen
sein werden.
25. Nur wenige Menschen sind in ihren
Geschäften ehrlich und aufrichtig.
26. Die Menschen misstrauen den
Ehrlichen und schenken jenen Vertrauen, welche unaufrichtig sind.
27. Versuche werden unternommen die
Wüsten zu begrünen.
28. Es wird Menschen geben welche
Anstrengungen unternehmen, das Gleichgewicht der Natur zu verändern und sich in
die grundlegenden Abläufe und Zyklen des Lebens einschalten werden.
29. Erdbeben und andere
Naturkatastrophen werden häufiger und stärker.
30. Menschen wünschten ihr Leben beendet
und beneiden die Toten.
31. Menschen verlassen sich lieber auf
die Sterne und die Astrologie, denn auf Gott.
32. Viele falsche Propheten werden
auftreten und jeder behauptet ein Gesandter Gottes zu sein.
33. Stimmen des Zorns werden an Stätten
des Gebetes zu hören sein.
34. Viele Muslime werden extrem reich.
35. Die Muslime werden viel an der Zahl,
jedoch machtlos sein – dies auf grund ihrer Liebe zu
diesem Leben und ihrer Angst vor dem Tod – Völker der Erde davon abzuhalten in
ihre Ländereien einzufallen und sie auszuplündern.
36. Die Sonne wird im Westen aufgehen.
(Überliefert von `Abdullah ibn `Amr, möge Allah zufrieden mit ihm sein)
37. Rauch, welcher die Menschen vom
Osten nach Westen treiben wird.
38. Die Zerstörung von Madina al Munawarra.
39. Die Zerstörung der Kaaba durch einen
Abessinier namens Dhu’l Suwayqatayn.
40. Drei große Erdrutsche oder Erdbeben
werden stattfinden; eines im Osten, eines im Westen und eines in Arabien.
Danach wird Feuer aus der Richtung von Aden im Jemen ausbrechen und die Leute
an den Platz ihrer letzten Zusammenkunft treiben.
So ist es überliefert - möge Allah
uns allesamt rechtleiten.
Ich hoffe, dass dieser kurze Beitrag - in Anbetracht dieses
so weit gespannten Themas Ihren diesbezüglichen Anforderungen, sehr geehrte
Zuhörer gerecht wurde und bedanke mich herzlich für Ihre Aufmerksamkeit.
AL
HAMDULILLAHI RABBIL AALAMIN
Hanel, 17.8.2001
Zu den
entsprechenden Qur’anversen