Univ. Prof. Dr. Susanne Heine
Vorstand an der UNI WIEN:
Institut für Praktische Theologie und Religionspsychologie

Der Islam und die politische Situation in Europa

Hoch geehrte Versammlung

Ich danke Ihnen für die ehrenvolle Einladung, an diesem Symposion zu sprechen. Wenn ich Ihnen einige Gedanken über den Islam und die politische Situation in Europa vortrage, dann tue ich es aus der Perspektive einer christlichen Theologin. "Islamophobia", Abbau von Vorurteilen, internationaler Dialog und Gestaltung des Zusammenlebens der benachbarten islamischen und westlichen Kulturen - das sind die Stichworte für diesen Teil des Symposions, die ich aufnehme. Dabei geht es mir nicht darum, nur die allgemeinen Prinzipien der Toleranz und der Religionsfreiheit zu wiederholen, sondern um die Frage, welche Schritte zur konkreten Praxis eines friedlichen Zusammenlebens führen könnten.

Meine kurzen Ausführungen thematisieren drei Aspekte:

1. Wege zur Aufarbeitung geschichtsbedingter Vorurteile
2. Das Verhältnis zwischen Religion und Politik
3. Für ein Europa der "religiösen Regionen"

1. Wege zur Aufarbeitung geschichtsbedingter Vorurteile

Die Last der Geschichte hat sich in gegenseitigem Mißtrauen niedergeschlagen. Die Verletzungen auf beiden Seiten reichen von den Kreuzzügen über die Türkenkriege bis zu ethnischen Säuberungen und nationalistischem Terror des 20. Jahrhunderts und deren - wenn auch unberechtigter - religiöser Legitimation. Dazu kommt, daß die Medien an Terrorakten mehr interessiert sind als etwa am stillen Frömmigkeitsleben muslimischer Familien. So verschmelzen der Islam damals und heute für Mitteleuropäer oft zu einem diffusen Phänomen der Bedrohung.

Umgekehrt wird das Christentum aus islamischer Sicht oft mit der Überheblichkeit der europäischen Aufklärung und dem Kolonialismus assoziiert.

Seit die Türkei als Kandidat für die Europäische Union aufgenommen wurde, steht das meist negative - Image des Islams wieder verstärkt zur Diskussion. Das könnte ein Anlaß dafür sein, daß Religion auch für die Europäische Union zu einem Thema wird, das dort bislang unberücksichtigt blieb. Vieles wird dann davon abhängen, in welcher Form und in welchem Geist die Gespräche und Dialoge verlaufen. Wenn sich die Religionen heute verständigen wollen, dürfen sie zwar ihre Konfliktgeschichte nicht verleugnen, aber es würde nur alte Ressentiments aktivieren, wollten beide Seiten einander lediglich die verfehlte Praxis vorwerfen.

Es käme darauf an, in allen Religionen zwischen Glaubensanspruch und Praxis zu unterscheiden. Der Glaube fordert den Frieden unter den Menschen im Namen Gottes, der alle geschaffen hat. Die Störung des Friedens geht auf das Konto menschlicher Schuld, die - aus der Perspektive des Glaubens gesprochen - der göttlichen Vergebung gewiß sein kann, wo wir unsere eigene Praxis als eine verfehlte erkennen. Aus einem solchen Geist kann Versöhnung gestiftet werden - mit sich selbst und den anderen.

Daher bedarf es zum Abbau von Vorurteilen von seiten aller auch der Fähigkeit zur Selbstkritik, freilich nicht nur der Religionen. Es sollte nicht beschönigt werden: Auch die Aufklärung, auf die sich Europa so viel zugute hält, hat Vorurteile in die Welt gesetzt. Die mit großem Pathos deklarierten Menschen- -und Bürgerrechte schlossen von vornherein den größeren Teil der Menschheit aus: zum Beispiel die Frauen, die Juden und die außereuropäischen Völker, die als unaufgeklärt oder sogar auf Grund mangelnder Vernunftbegabung als. unaufklärbar galten. Damit wurde dem Kolonialismus die ideologische Legitimation geliefert, und es brauchte zwei Jahrhunderte, bis sich die Völker vom Joch des Kolonialismus befreiten, und ebenso lange, bis in Europa die Menschen- und Bürgerrechte auch für Frauen Geltung erlangten. Die Aufklärung war überdies - verständlich aus der Geschichte der christlichen Konfessionskriege - zutiefst religionskritisch. Wenn es den drei monotheistischen Religionen gelingt, sich zu verständigen, könnten sie einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der Defizite der Aufklärung leisten.
Denn ihr Glaube macht keinen Unterschied zwischen den Menschen, da er sie alle als Geschöpfe Gottes betrachtet.

Die Begegnung von Christentum und Islam ereignete sich mit wenigen Ausnahmen nicht im theologischen Disput, sondern immer wieder im Zuge kriegerischer Auseinandersetzungen, in der Religion auf beiden Seiten zum Vehikel für politische Machtansprüche mißbraucht wurde. In Österreich gehören dazu vornehmlich die Expansionversuche der Osmanen mit den beiden Belagerungen Wiens 1529 und 1683. Dadurch sind Feindbilder entstanden, die sich in Sagen und Legenden, Namen von Örtlichkeiten und Speisen, Liedern und Gedichten festgesetzt haben und schon den Kindern durch Volksmund und in Schulbüchern von Generation zu Generation weiter vermittelt werden.

Die aus der Konfliktgeschichte resultierenden Vorurteile zu thematisieren und aufzuarbeiten, ist die Bildungsaufgabe gegenüber der nächsten Generation. Dazu wäre eine gegenseitige Revision der Geschichts- und Schulbücher notwendig. Einen ersten Schritt in diese Richtung hat der zu früh verstorbene Leiter der Islamischen Wissenschaftlichen Akademie in Köln, Prof Abdoldjavad Falaturi, unternommen mit einem internationalen Forschungsprojekt, das sich die Korrektur der Darstellung des Islams in den Schulbüchern Europas zur Aufgabe gemacht hatte. Die Untersuchung für Österreich, von mit geleitet und herausgegeben, erschien 1995 unter dem Titel "Islam zwischen Selbstbild und Klischee -Eine Religion im österreichischen Schulbuch"; an diesem Projekt haben Theologen, Christen und Muslime, Historiker und Ethnologen mitgearbeitet. Auch hier zeigt sich wieder das Problem des schiefen Vergleichs, der den Glaubensanspruch der eigenen Religion mit einer verfehlten Praxis der anderen konfrontiert, das Christentum als friedliebende Liebesreligion einem aggressiven Islam gegenüberstellt und die aggressiven Tendenzen in der Praxis des Christentums ausblendet. Hier ist christliche Selbstkritik angesagt; aber funktioniert die Vorurteilsbildung nicht auch in umgekehrter Richtung? Das zu untersuchen, wäre für die Gestaltung des Zusammenlebens von großer Bedeutung.

Um Vorurteile abzubauen, reicht allerdings die Richtigstellung auf der Basis von Information nicht aus, Vorurteile sitzen tiefer, verwurzelt in Angst und Ressentiments, die sich durch sachliche Information gar nicht stören lassen wollen. Um Korrekturen überhaupt aufnehmen zu können, braucht es als Basis jenen Geist der Versöhnung, der freiwillig darum bemüht ist, dem Selbstverständnis der anderen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

Bildungsarbeit muß langfristig denken, aber es muß auch ein Instrument zur Bearbeitung aktueller Konflikte geben. In Analogie zum Ökumenischen Rat der christlichen Kirchen wäre ein Interreligiöser Rat wünschenswert, zunächst in den einzelnen europäischen Ländern, dann auch auf gesamteuropäischer Ebene, der sich zur Aufgabe macht, das friedliche Zusammenleben der Religionen zu garantieren und zugleich das Europa gemeinsamer humaner Werte sichtbar zu machen. Ein solcher Rat existiert seit dem Bosnienkrieg in Sarajevo, ein ähnlicher Rat ist derzeit in Österreich im Gespräch. Im Jahr 2003 wird Graz die Kulturhauptstadt Europas sein. Eines der projektierten Programme betrifft unmittelbar die Frage des Zusammenlebens der Religionen. In Kooperation zwischen Graz und Sarajevo ist eine Europäische Interreligiöse Konferenz geplant mit der Absicht, eine Charta des Interreligiösen Dialogs auszuarbeiten, um gegenseitige Diffamierungen und religiös legitimierte gewalttätige Konflikte zu beenden. Auf dieser Basis sollte es gelingen, das interreligiöse Gespräch auf europäischer wie auf nationaler Ebene zu institutionalisieren und seine Ergebnisse in die konkreten Lebensverhältnisse des nachbarschaftlichen Zusammenlebens zu übersetzen.

2. Das Verhältnis zwischen Religion und Politik

Österreich war das erste europäische Land, das 1979 den Islam als Religionsgemeinschaft im Sinne einer Körperschaft öffentlichen Rechts anerkannte. Das ist nicht überall in Europa so und geht auf ältere Rechte von 1912 im Vielvölkerstaat der Monarchie zurück. Dennoch könnte dies auch für andere Länder als Modell gelten. Hier wie auch dort, wo der Islam noch um seine Anerkennung ringt, ist damit aber ein Problem verbunden: Innerhalb jeder Religion gibt es verschiedene Richtungen. Dort, wo der Islam wie in Europa mit säkularen Staaten und einer pluralistischen Gesellschaft zusammentrifft, gewinnt die innermuslimische Einheit eine besondere Bedeutung. Nun kann Einheit nicht Gleichmacherei heißen, die Differenzen unter den Tisch kehrt. Vollkommene Einheit kommt aus theologischer - christlicher und muslimischer - Sicht nur Gott zu, während sich die Menschenwelt durch Vielfalt auszeichnet. Aber diese Vielfalt verlangt Kooperation, sollen sich die Gruppen nicht gegeneinander richten, was auch für die christliche Ökumene gilt. Auch politisch braucht ein gemeinsames Europa die Ökumene der verschiedenen Richtungen innerhalb einer Religionsgemeinschaft, damit diese mit einer Stimme sprechen und sich dem Staat als Vertragspartner präsentieren kann, um sich einen anerkannten Platz zu sichern.

Aber nicht nur religiöse, sondern auch kulturelle Differenzen spielen eine Rolle, da jede Religion Bindungen eingeht mit der Kultur und den sozialen und politischen Lebensformen, in denen sie sich beheimatet. Hinsichtlich der christlichen Kirchen scheinen mir die Unterschiede oft weniger auf der theologischen Ebene zu liegen, als vielmehr in den sozialen, politischen, kulturellen und ethnischen Spannungsfeldern, die sich dann auch auf die religiöse Dimension auswirken. Es ist zu vermuten, daß sich Vergleichbares auch für den Islam feststellen läßt. Solche Divergenzen können nur die Religionsgemeinschaften selbst lösen, denn der säkulare Staat ist nicht imstande, inhaltliche Kriterien zur Unterscheidung von Religionen oder verschiedenen Gruppen innerhalb von Religionen zu entwickeln. Das gibt auch die österreichische Religionspolitik zu erkennen, wenn sie nach dem neuen Religionsgesetz die Anerkennung religiöser Gemeinschaften u.a. von einer 15jährige Bewährungsfrist abhängig macht, in der eben das geprüft wird, was für den Staat von Bedeutung ist - wie weit sich eine Religion als eine positive integrative Kraft in einer pluralistischen Gesellschaft erweist.

Aus theologischer Perspektive wäre es nicht angemessen, so von einem syrischen, türkischen oder ägyptischen Islam zu sprechen, als stünde die jeweilige Volkszugehörigkeit über dem Glauben. Der Islam versteht sich - wie auch das Christentum - als universale Religion, die ihre Botschaft grundsätzlich an alle Menschen richtet. Die kulturellen, ethnischen, sprachlichen Einfärbungen einer Religion gehen auf das Konto menschlicher Grenzen eines Lebens an einem bestimmten Ort und in einer bestimmten Zeit. Es gibt, um mit den Worten von Präsident Prof. Schakfeh zu sprechen, österreichische Muslime. Aber es kann keinen österreichischen Islam geben, denn der Islam ist eins.

Wo der Islam - in der Türkei, in Ägypten oder in Bosnien - einen Kulturationprozeß vollzieht, bleibt er doch der Islam, gerade wenn er sich nicht gegen einen solchen Prozeß sperrt.

Kapselt sich ein universaler Glaube in ethnischen Gruppen ein, geht er der nächsten Generation verloren, die sich von ihrer Um- und Mitwelt nicht isolieren will und kann. Die Angst vieler muslimischer Menschen in Europa vor einem Zwang zur Assimilation ist groß und auch verständlich, wo es solche Tendenzen gibt. Die Alternative, der Versuch, der anderen Kultur den eigenen Stempel aufzudrücken, ist nicht realistisch oder führt zur Gewalt. Den dritten Weg, der heute Integration genannt wird, möchte ich Interaktion nennen, weil er auf Austausch und Dialog beruht und eine Gratwanderung meistert: die eigene Identität ohne Abwehr und Feindbilder aufrecht zu erhalten, und fremde Identität als Dissens wahrzunehmen und doch zu respektieren. Soll sich das negative Image des Islams in Europa zum Positiven verändern, braucht es einen dialogfähigen Islam. Es geht um Unterscheidung, nicht um Trennung.

Auch den demokratischen und säkularen Staaten kann es nicht gleichgültig ein, wie Religionen in ihrem Einflußbereich agieren. Religion ist starkes Movens im Zusammenleben der Menschen- sie kann heilsame soziale Energien entfalten, aber auch zu Unduldsamkeit, Ausgrenzungen und Verfolgungen führen. Daher läßt sich Religion letztlich nicht privatisieren - ihre Rolle im Gefüge der Gesellschaft ist zu wichtig, und auch ein säkularer Staat darf davor nicht die Augen verschließen. Für die Religionen anderseits kommt es darauf an, sich zwar aus Parteipolitik und Tagespolitik herauszuhalten, wohl aber in das Gespräch der Gesellschaft über die Grundwerte des Zusammenlebens und über die Achtung vor der Menschenwürde einzubringen und dabei zu kooperieren. Im Rahmen eines religiösen und weltanschaulichen Pluralismus, wie er inzwischen zu den Bedingungen europäischer Existenz gehört, ist es wichtig, selbst pluralismusfähig zu sein. Nicht politische Macht wird in Zukunft über die Bedeutung der Religionen entscheiden, sondern die glaubwürdige öffentliche Präsenz und Überzeugungskraft, die sich im Dialog bewährt.

3. Für ein Europa der "religiösen Regionen"

Europa folgt der Vision einer Einheit zwischen Staaten, die in sich keineswegs einheitlich sind. Der Markt der Möglichkeiten bietet nicht nur Waren aller Art, sondern auch eine immense Vielfalt von geistigen Gütern und Weltanschauungen, wodurch die Religionen zunehmend in eine Minderheitensituation geraten. Das betrifft das Christentum generell, einzelne Konfessionen ganz besonders. Heute reicht in Österreich die Zahl der Muslime bereits an diejenige der evangelischen Christen heran; in Wien gehören nur mehr 50 % der Bewohner der römisch-katholischen Mehrheitskonfession an. Noch kleiner sind die christlichen Kirchen der Altkatholiken, der Methodisten usw. Alte Religionen müssen lernen, als Minderheiten zu leben in einem Europa, das heute weder Staatsreligionen, noch religiös geführte Staaten verträgt, seien sie christlich oder islamisch, was aber -wie bereits angesprochen - keine Gleichgültigkeit der Religionen gegenüber politischen Grundwerten bedeuten kann. Die Minderheitensituation verbindet die Religionen also zunehmend; wie können sie aus dieser gemeinsamen Erfahrung gemeinsame Schlüsse ziehen?

Diese Situation läßt sich auch als ein Vorteil betrachten, denn gegenüber früheren Modellen einer privilegierten Staatsreligion wird Religion in ihre Eigenständigkeit entlassen. So können Fragen des Glaubens autonom und unabhängig von politischen Interessen behandelt und entschieden werden. Das führt einerseits zu einer intensiveren Beschäftigung mit der spirituellen Dimension des Glaubens, andererseits kann auf dieser Ebene leichter nach inneren Übereinstimmungen zwischen den Religionen gesucht und der Dialog geführt werden. Gemeinsam sind die Religionen stärker, um sich in die Diskussion über Grundwerte der Gesellschaft einzumischen. Nicht nur dem Staat, auch den Religionen ist das Wächteramt gegenüber der Bewahrung der Menschenwürde aufgetragen.

Aus der Perspektive der Religionen sind die Menschen darüber hinaus eingeladen, mit Gott in Beziehung zu treten, und sie können gerade in einer pluralistischen Gesellschaft dafür Überzeugungsarbeit leisten, allerdings ohne zu überreden, zu manipulieren oder zu zwingen. Die Religionen sind angehalten, ihrer Maxime zu folgen, daß sich der Glaube mit Zwang nicht verträgt. Die politische Lage in Europa verlangt von allen Religionen zweierlei:
zum einen wird es notwendig, auch die Vermittlungsaufgabe einer wissenschaftlich-didaktischen Reflexion zu unterziehen;
zum anderen gewinnt die persönliche Glaubwürdigkeit des Einzelnen immer größere Bedeutung, seit die politischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts die Autorität von Institutionen und Ämtern schwer beschädigt haben.

So kann es weder auf eine islamische Gesellschaft in Europa hinauslaufen, noch auf eine Neuauflage des christlichen Abendlandes. Vielmehr steht die Freude an der Vielfalt im Vordergrund und sollte zu einem gemeinsamen Versuch führen, die Angst vor Unterschieden zu vermindern. Das Fremde, das nicht als Bedrohung empfunden wird, macht erst jenen Dialog möglich, in dem beide Seiten bereit sind, voneinander zu lernen und dem bleibenden Dissens Respekt zu zollen.

Ich möchte diesen Gedanken zum Schluß durch einen Vergleich mit der aktuellen Entwicklung in der Europäischen Union verdeutlichen. Als Gegengewicht zum Brüsseler Zentralismus und dem Funktionsverlust der Nationalstaaten ist heute von einem "Europa der Regionen" die Rede. Das ist notwendig, weil den Menschen die Beheimatung nicht genommen werden darf Es ist eine Sache, überall in Europa arbeiten und wohnen zu dürfen, aber eine andere, die Wurzeln der Sprache und der familiären Bindungen nicht zu verlieren. Analog dazu sollte Europa als Lebensraum "religiöser Regionen" wahrgenommen werden. Auch religiös haben Menschen eine Heimat, eine Sprache, rituelle und spirituelle Traditionen und eigene Festkreise; all das darf ihnen nicht genommen werden, soll das Projekt der europäischen Einheit nicht zu einer Entwurzelung vieler Menschen führen. Die "religiösen Regionen" Europas definieren sich nicht geographisch, sondern sie verstehen ihre spirituelle und kulturelle Besonderheit als Bausteine zum gemeinsamen Haus Europa. Eine dieser Regionen ist zweifellos der Islam.

Univ. Prof. Dr. Susanne Heine

Daten zur Person:

seit 1996 Ordinaria für Praktische Theologie und Religionspsychologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, davor (1990-96) an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich/Schweiz; Studium der Evangelischen Theologie und der Philosophie in Wien und Bonn, Vikariat und Ordination zum geistlichen Amt (1968), Promotion im Fach Neues Testament (1973), Habilitation im Fach Religionspädagogik (1978). Lehraufträge an Universitäten in Österreich, Deutschland und der Schweiz; guest-lecturer an den Universitäten Birmingham (1992), Edinburgh und St. Andrews (1993) und bei 'Fellowship of Learning' der Methodisten in den USA (1996).

Seit etwa 15 Jahren im Interreligiösen Dialog tätig und Mitglied verschiedener Dialoggremien.

Mitgliedschaften u.a:

Stellvertretende Vorsitzende der "European Association for World Religions in Education" (EAWRE) (1990-94),

Mitglied in der Österreichischen Sektion von "Religions for Peace",

Mitglied des "Beratungskomitees für Islamfragen" der Kontaktstelle für Weltreligionen,

Mitglied des "Abrahamitischen Freundeskreises",

Stellvertretende Vorsitzende der "Europäischen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie".

Publikationen zum Islam:
Neben einer Reihe von Aufsätzen: Islam zwischen Selbstbild und Klischee (Hg.). Eine
Religion im österreichischen Schulbuch, Wien-Köln 1995.